Band 12, Doppelheft 1 + 2, Oktober 2017, 240 Seiten

der Zeitschrift  Hypnose – Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie  (Hypnose-ZHH)

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Inhaltsangabe

  • Claudia Wilhelm-Gößling und Cornelie Schweizer
    Das Hypnose-Depressionstherapie-Manual. Hypnotherapie im klinischen Kontext. Work in Progress
  • Heinz-Wilhelm Gößling
    Schlafstörungen als Schlüsselsymptom depressiver Erkrankungen – Schlafspezifische Interventionsstrategien der Hypnotherapie bei Depressionen
  • Anil Batra und Kristina Fuhr
    Die therapeutische Vielfalt in der Depressionsbehandlung. Welchen Beitrag liefert die Psychotherapie?
  • Irving Kirsch
    Der Placebo-Effekt in der Behandlung von Depression
  • Heiner Keupp
    Das erschöpfte Selbst der Psychologie
  • Dirk Revenstorf
    Selbstfürsorge
  • Alina Haipt, Katharina-Sophia Licht, Katja Dehnen, Saskia Deppermann, Andreas J. Fallgatter, Dirk Revenstorf, Ann-Christine Ehlis
    Ein psychophysiologischer Vergleich von hypnotischer Trance und Entspannung. Eine Pilotstudie
  • Burkhard Peter, Tanja Prade, Emilia Geiger und Christoph Piesbergen 
    Hypnotisierbarkeit, Persönlichkeits- und Bindungsstil bei 15- bis 19-jährigen Schülern. Eine exploratorische Untersuchung
  • Hansjörg Ebell
    Hypno-Therapeutische Kommunikation: Kernelemente einer auf Resonanz basierten Medizin (“Resonance Based Medicine”)
  • Maria Hagl
    Studien zur Wirksamkeit von Klinischer Hypnose und Hypnotherapie im Jahr 2016 

Abstracts

Claudia Wilhelm-Gößling und Cornelie Schweizer

Das Hypnose-Depressionstherapie-Manual. Hypnotherapie im klinischen Kontex. Work in Progress

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 7-28

Vorgestellt werden Entwicklung, Aufbau sowie inhaltliche Ausrichtung des Therapiemanuals der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.) „Hypnotherapeutische Depressionstherapie (HDT) bei leichten bis mittelgradigen Depressionen“ sowie zwei Fallvignetten. Aktuell wird die Wirksamkeit von HDT im Vergleich mit kognitiver Verhaltenstherapie in einer randomisierten, klinischen Studie an der psychiatrisch-psychotherapeutischen Ambulanz des Universitätsklinikums Tübingen untersucht (Ltg.: Prof. Dr. A. Batra). Die 31 Module des Manuals wurden von einer Autorengruppe verfasst und anschließend für das Manual so überarbeitet, dass sich damit ein individueller Gesamtbehandlungsplan erstellen lässt. Das klinisch-therapeutische Vorgehen kann dabei sowohl durch die Auswahl der Module als auch durch deren inhaltliche Ausgestaltung individuell modifiziert und an den jeweiligen Behandlungsbedarf angepasst werden. Die einzelnen Module berücksichtigen hierfür die vorhandene depressive Symptomatik sowie aktuelle und biografische Belastungsfaktoren. Darüber hinaus werden konkrete Anleitungen zur Anpassung des hypnotherapeutischen Vorgehens an das vorliegende Ich-Struktur-Niveau gem. OPD-2 (Achse IV) gegeben. Somit ermöglicht das HDT-Manual auch eine „Strukturbezogene Hypnotherapie“.

Schlüsselwörter: Depressionstherapie, Hypnotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Manual

Heinz-Wilhelm Gößling

Schlafstörungen als Schlüsselsymptom depressiver Erkrankungen – Schlafspezifische Interventionsstrategien der Hypnotherapie bei Depressionen

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 29-50

Schlafstörungen gelten als ein eigenständiger, mitverursachender Risiko-, Auslöse-, und Rückfallfaktor depressiver Erkrankungen. An der Schnittstelle zwischen biologischen und psychologischen Einflussfaktoren einer Depression ist der gestörte Schlaf ein Schlüsselsymptom und damit effektiver Ansatzpunkt für spezifische therapeutische Interventionen. Dargelegt wird das breite Repertoire schlafspezifischer Behandlungsansätze in klinischer Hypnose und Hypnotherapie. Mehrere der im Einzelnen beschriebenen Interventionen liegen in standardisierter Modulform vor und sind Bestandteil eines insgesamt 31 Module umfassenden Therapiemanuals „Hypnotherapeutische Depressionstherapie bei leichten bis mittelgradigen Depressionen“ (HDT). Die Wirksamkeit von HDT wird derzeit im Rahmen einer kontrollierten, randomisierten Studie an der psychiatrischen Universitätsklinik Tübingen überprüft.

Schlüsselwörter: Schlafstörungen, Depressionstherapie, Hypnose, Hypnotherapie, Therapiemanual

Anil Batra und Kristina Fuhr

Die therapeutische Vielfalt in der Depressionsbehandlung. Welchen Beitragliefert die Psychotherapie?

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 51-61

Die Zunahme der Krankheitslast („burden of disease“) durch depressive Erkrankungen in den Industrieländern verlangt nach einer größeren Aufmerksamkeit von Forschung, Prävention und Behandlung. Während die aktuellen Therapie-Leitlinien vor allem die kognitiven Verhaltenstherapien sowie medikamentöse Behandlungsstrategien ausführlich darlegen, fehlen noch evidenzbasierte Anhaltspunkte zur Einordnung anderer Psychotherapieverfahren (z. B. der dritten Welle der Verhaltenstherapie oder Hypnotherapie). Hier besteht noch ein erheblicher Bedarf seitens der Psychotherapieforschung. Eine Recherche zu laufenden Forschungsaktivitäten in der Hypnotherapie auf der Plattform „clinicaltrials.gov“ zeigt, dass derzeit nur wenige Studien im randomisiert klinischen Design durchgeführt werden. Eine Ausnahme stellt die „WIKI-D“-Studie dar, in der eine 20stündige Hypnotherapie hinsichtlich der Gleichwertigkeit zur kognitiven Verhaltenstherapie untersucht wird. Noch stehen wir am Anfang der entwicklungstörungsspezifisch-individualisierter Therapiekonzepte in der Depressionsbehandlung. Nur ein höherer Individualisierungsgrad durch die Diversifizierung der Angebotspalette und Erstellung von klaren Zuweisungskriterien wird die Versorgungssituation depressiver Menschen verbessern können.

Schlüsselwörter: Depression, Verhaltenstherapie, Psychotherapie, Hypnotherapie

Irving Kirsch

Der Placebo-Effekt in der Behandlung von Depression*)

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 63-80

Man nimmt an, dass Antidepressiva wirken, indem sie ein chemisches Ungleichgewicht, insbesondere einen Serotoninmangel im Gehirn beheben. Aber die Analyse der veröffentlichten und unveröffentlichten Daten, welche von den Arzneimittelherstellern zurückgehalten wurden, zeigten, dass der meiste (wenn nicht aller) Nutzen dem Placebo-Effekt zuzuschreiben ist. Manche Antidepressiva heben das Serotonin-Niveau an, andere senken es und weitere wirken sich überhaupt nicht auf das Serotonin aus. Dennoch zeigen alle den gleichen therapeutischen Nutzen. Anstatt die Depression zu heilen, können einige gängige Antidepressiva eine biologische Vulnerabilität induzieren, die bewirkt, dass Menschen danach mit höherer Wahrscheinlichkeit depressiv werden. Andere Behandlungsarten (z.B. Psychotherapie und körperliches Training) rufen den gleichen kurzfristigen Nutzen wie Antidepressiva hervor, zeigen eine bessere langfristige Effektivität und das ohne die Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken der Medikamente.

Schlüsselwörter: Antidepressiva, Placebo, Depression, Psychotherapie

Heiner Keupp

Das erschöpfte Selbst der Psychologie

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 81-102

Gegenwärtig gibt es eine inflationäre Beschäftigung mit dem Thema Burnout, das im globalen Kapitalismus fast alle Berufsgruppen und auch die privaten Lebenswelten erreicht hat, und es ist eindeutig, dass die helfenden Berufe an der Spitze der Erschöpfung rangieren. Reicht es, mehr »Selbstfürsorge« oder »Achtsamkeit« zu empfehlen? So wichtig das auch ist, so bleibt doch letztlich die Notwendigkeit, das psychosoziale Handeln in einen größeren gesellschaftlichen Kontext zu stellen und an der Überwindung der zunehmenden »Gesellschaftsblindheit« oder »sozialen Amnesie« der aktuellen Psychologie zu arbeiten. Die ganze PSY-Zunft ist seit den 80er Jahren in ihrem Siegeszug gestoppt worden. Die utopischen Energien sind auch ihr im Zuge der neoliberalen Globalisierung immer mehr ausgegangen und sie befindet sich im allgemeinen gesellschaftlichen Krisenmodus. Die Psychologie ist vom gesellschaftlichen Strukturwandel in elementarer Weise betroffen. Die kritische Reflexion setzte erst allmählich ein und sie muss fortgesetzt und vertieft werden. Gerade die Erschöpfungssymptome der PSY-Professionellen selbst erfordern eine Analyse ihrer Entstehungsbedingungen.

Schlüsselwörter: Professionalisierung; Psychosoziale Praxis; Professionskritik; Spätmoderne gesellschaftliche Verhältnisse; Neoliberales Menschenbild; Psychosoziale Ressourcen

Dirk Revenstorf

Selbstfürsorge

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 103-113

Trotz des hohen Niveaus an Lebensqualität nehmen in den westlichen Ländern Depression und Angst zu. Unsere Kultur treibt uns zur Selbstausbeutung, die verschiedene Formen annehmen kann, die zwar jeweils als Anpassungsleistungen erscheinen aber langfristig zur Beschränkung des Erfahrungsspektrums führen. Selbstfürsorge wirkt dem entgegen und ist die Voraussetzung, anderen helfen zu können. Sie hat verschiedene Facetten, die Sterbende z.T. bereuen, nicht genug beachtet zu haben: Achtsamkeit, Verbundenheit, Authentizität, Empathie, Dankbarkeit und Verzeihen. Die Entwicklung dieser Fähigkeiten führt zu persönlichem Glück und seelischer Gesundheit und fördert das Mitgefühl.

Schlüsselwörter: Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Verbundenheit, Authentizität, Empathie, Dankbarkeit, Verzeihen

Alina Haipt, Katharina-Sophia Licht, Katja Dehnen, Saskia Deppermann, Andreas J. Fallgatter, Dirk Revenstorf, Ann-Christine Ehlis

Ein psychophysiologischer Vergleich von hypnotischer Trance und Entspannung: Eine Pilotstudie

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 115-140

Diese Pilot-Studie dient dem Ziel, hypnotische Trance von Entspannung zu unterscheiden. Bisherige Untersuchungen nutzen den Cerebral State Index (CSI) zur Erfassung der Trancetiefe (Bock, 2011) und die Herzratenvariablität (HRV) zur Abgrenzung der Trance von Entspannung (Diamond, Davis, & Howe, 2008). In dieser Arbeit wurden die beiden Maße kombiniert angewandt. Je fünf hoch- und niedrigsuggestible Probanden wurden in Entspannung und Trance geführt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich bei den Hochsuggestiblen die erste Entspannungsphase von der Trance hinsichtlich beider Maße unterschied. Der CSI und die HRV nahmen in der Trance ab, ebenso wie die hohen Frequenzanteile der HRV. Die niedrigen Anteile der HRV Frequenzen nahmen hingegen in Trance zu. Dies deutet darauf hin, dass sich der Einfluss des autonomen Nervensystems in Trance im Vergleich zur Entspannung bei den Hochsuggestiblen veränderte und sie dabei weniger wach waren, was sich mit deren subjektiven Einschätzung der Trancetiefe deckte.

Schlüsselwörter: Hypnose, Trance, Entspannung, Cerebral State Monitor, Herzratenvariabilität

Burkhard Peter, Tanja Prade, Emilia Geiger und Christoph Piesbergen

Hypnotisierbarkeit, Persönlichkeits- und Bindungsstil bei 15- bis 19-jährigen Schülern. Eine exploratorische Untersuchung

Hypnose-ZHH 2015, 10 (1+2), 141-172

Bei 99 Schülern im Alter von 15 bis 19 Jahren wurde Hypnotisierbarkeit in Verbindung gesetzt mit Bindungs- und Persönlichkeitsstilen. Mit 11 % Varianzaufklärung ist der Persönlichkeitsstil hilfsbereit–selbstlos der beste Prädiktor zur Vorhersage für Hypnotisierbarkeit. Er wird aber durch den Bindungsstil moderiert, denn er zeigt sich hauptsächlich bei sicher Gebundenen und erklärt dann 30% der Varianz bei hoch und mittel suggestible Personen. Bei unsicherem Bindungsstil dagegen erklärt der Persönlichkeitsstil ahnungsvoll-schizotypisch 12% der Varianz; im Gegensatz dazu sind sicher gebundene Hochhypnotisierbaren am wenigsten ahnungsvoll-schizotypisch. Speziell bei den sicher gebundenen Hochhypnotisierbaren, nicht aber bei den unsicher Gebundenen, zeigen sich zwei Spitzenwerte in den Persönlichkeitsstilen liebenswürdig-histrionisch und optimistisch-rhapsodisch. Es scheint zwei Gruppen Hochsuggestibler zu geben, die sich v.a. anhand ihres Bindungsstils unterscheiden. Die eine Gruppe der liebenswürdig-histrionischen, optimistisch-rhapsodischen und hilfsbereit-selbstlosen Hochsuggestiblen wird vermutlich durch soziokognitive Hypnosetheorien am besten erklärt; zur Erklärung der anderen Gruppe der ahnungsvoll-schizotypischen Hochsuggestiblen scheinen die Dissoziationstheorien der Hypnose besser geeignet.

Schlüsselwörter: Hypnotisierbarkeit, Persönlichkeitsstil, Bindungsstil

Hansjörg Ebell

Hypno-Therapeutische Kommunikation: Kernelement einer auf Resonanz basierten Medizin („Resonance Based Medicine“)

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 173-202

Alle Interaktionen zwischen Behandelnden und Behandelten in der Medizin sollten dazu dienen, angemessene Ziele zu ermitteln und diese zu erreichen. Für und Wider von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen müssen dafür immer wieder geklärt werden. Sowohl objektive Befunde als auch Gespräche und persönliche Einschätzungen können entscheidend sein. In einer Atmosphäre wechselseitiger „Resonanz“ zwischen Hilfe Bietenden und Hilfe Suchenden herrschen optimale Bedingungen, um Fachkompetenz einbringen zu können. System theoretische Annahmen zur Regulation in und zwischen komplexen, selbstreferentiellen Syste men dienen der Orientierung wie Landkarten für unbekanntes Territorium. Therapeutische Kommunikation bedeutet, sich bei jedem Austausch auf dessen Nutzen für vereinbarte Ziele zu konzentrieren. Eine Haltung zuversichtlicher Erwartung wirkt sich positiv aus. Diese Qualität intersubjektiver Resonanz hat sich sowohl im Kontext von Beratung und Psychotherapie als auch in der Medizin als hilfreich und wirksam erwiesen. Mittels Hypnose und Selbsthypnose können darüber hinaus – im Kontext eines angemessenen Gesamt-Therapiekonzepts – Trance-Erfahrungen gezielt als Ressourcen „utilisiert“ (Milton H. Erickson) werden. Der Begriff „Resonance Based Medicine“ (RBM) soll auf die fundamentale Bedeutung intersubjektiver Resonanz für alle Interaktionen im Gesundheitswesen verweisen. Der Vorschlag beruft sich auf die wissenschaftliche Verwendung der Analogie zur physikalischen  Resonanz in Disziplinen wie Systemtheorie, Psychologie, Philosophie und Soziologie. „Resonance Based Medicine“ soll als Oberbegriff für eine Medizin stehen, in der intersubjektive Kommunikation und Beziehung als Grundlage von allen diagnostischen Abwägungen und therapeutischen Handlungen anerkannt werden. Die lautmalerische Ähnlichkeit zur „Evidence Based Medicine“ (EBM), die wissenschaftlich derzeit als Goldstandard gilt, ist beabsichtigt. Beide Konzeptualisierungen, EBM und RBM, können und sollten sich ergänzen. Die Perspektive auf Ursache-Wirkungsbeziehungen (Pathogenese) mit entsprechenden Interventionen benötigt die Ergänzung um eine beziehungsorientierte Perspektive, die auf Ressourcen und Wachstumspotential setzt bzw. individuelle Möglichkeitsräume eröffnet (Salutogenese). Beide Aspekte sind charakteristisch für eine Medizin, in der die vielfach geforderte patientenzentrierte Kommunikation auch praktiziert wird. Beide sind spätestens dann unbedingt zu beachten, wenn es sich um chronische Erkrankungen mit ihrem komplexen Bedingungsgefüge aus objektivierbaren und subjektiven Faktoren handelt. Intersubjektive Resonanz und therapeutische Kommunikation er möglichen es, eine aufmerksame und schwingungsfähige Wachstumsatmosphäre zur Verfügung zu stellen. In der Arzt-Patientenbeziehung ist dies wesentlicher Anteil professioneller Kompetenz. Hypnotherapeutische Kommunikation ist dafür als Kernelement geeignet.

Schlüsselwörter: Resonanz, Resonanz basierte Medizin (RBM), Evidenz basierte Medizin (EBM), intersubjektive Resonanz, patientenzentrierte Kommunikation, therapeutische Kommunikation, hypnotherapeutische Kommunikation, Biopsychosoziales Modell, Salutogenese

Maria Hagl

Studien zur Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapieim Jahr 2016

Hypnose-ZHH 2017, 12 (1+2), 203-216

Im Auftrag der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose erfolgt jährlich eine Literatursuche zu randomisierten kontrollierten Studien (randomized controlled trials; RCTs) und Meta-Analysen, die sich mit der Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapie befassen. Im Jahr 2016 wurden zwölf randomisierte bzw. quasi-randomisierte Studien mit klinischen Stichproben gefunden, die den Einsatz von Hypnose mit einer Kontrollgruppe verglichen, und zwei weitere, die hypnotherapeutische und kognitiv-behaviorale Elemente kombiniert evaluierten. Zusammen mit den Ergebnissen aus den 2016 publizierten Meta-Analysen mehren sich die Belege für einen möglichen Zusatznutzen von Hypnose in der Behandlung von somatischen Syndromen, in dem Sinne, dass sich auch die psychische Begleitsymptomatik verbessert. Gerade für gestörten Schlaf als sekundäre Ergebnisvariable könnte es lohnen, dies meta-analytisch, z.B. in onkologischen oder gynäkologischen Studien zu überprüfen. Ein Blick auf die derzeit laufenden oder jüngst abgeschlossenen RCTs lässt außerdem auf weitere Ergebnisse zur Wirksamkeit der Hypnose bei Schlafproblemen hoffen.

Schlüsselwörter: Hypnose, Hypnotherapie, Wirksamkeit, Psychotherapieforschung, randomisierte kontrollierte Studien, RCT.

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